„Meditation für Anfänger – Meditieren lernen Schritt für Schritt? – Teil 2

 Welche Meditationsformen gibt es eigentlich? Viele Wege führen zum Ziel.

Die Meditations-Welt ist vielfältig. Es existieren verschiedenste Formen und Richtungen, die alle um Ziel führen können und damit ihre Daseins-Berechtigung haben. Sei neugierig und probiere aus. So wirst Du die Methode finden, die Dich im Inneren anspricht und Dir dieses tiefe Gefühl von Ruhe und inneren Frieden schenkt, nach dem Du wahrscheinlich suchst.

Die passive stille Meditation – Beispiel „gegenständliche Meditation mittels einer Kerze“

Kerze mit Lotusblüte lädt zur Stille einZünde eine Kerze an und fixiere die Kerze mit deinen leicht geschlossenen Augen. Ein leicht abgedunkelter Raum erleichtert die Meditation. Versuche Deinen Lidschlag zu reduzieren und bleibe mit Deinem Blick und Deiner ganzen Aufmerksamkeit bei Deiner Kerze. Du wirst schnell Veränderungen in Deiner Wahrnehmung registrieren, z.B. Farbnuancen um die Flamme wahrnehmen, die vorher nicht da waren. Vielleicht intensivieren sich die Farben, werden die Formen präziser oder auch verschwommener, tritt der Raum immer mehr in den Hintergrund. Beobachte, ohne zu bewerten. Dann schließe Deine Augen und visualisiere das Bild der Kerze in Deinem Inneren. Lass es vor Deinem geistigen Auge wie ein Abbild entstehen und bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit nur bei Deiner Kerze. Kehre immer wieder zu dem Bild zurück, wenn die Gedanken beginnen umherzuwandern. Du kannst dies gerne ein paar Mal wiederholen. Damit trainierst Du Deinen Geist, sich zu zentrieren und sich auf eine Sache zu fokussieren. Kurz-Meditationen dieser Art machen den Start einfacher.

Probiere es doch gleich mal aus. 5 Minuten reichen für den Anfang!

Achtsamkeitsmeditation oder Vipassana – Beispiel Natur-Meditation

Naturmeditation unter einem BaumSuche Dir einen Baum, der Dich anspricht, der am besten etwas abgelegen und ruhig steht. Im Idealfall gibt es dort auch eine Bank, die zum Verweilen einlädt. Lass Dich nieder, nimm ein paar tiefe Atemzüge und nimm den Ort mit allen Sinnen wahr. Was siehst Du? Welche Düfte steigen Dir in die Nase? Was schmeckst Du vielleicht sogar? Welche Geräusche dringen an Dein Ohr? Vielleicht spürst Du die Wärme der Sonne auf Deiner Haut, den Wind, der an Deinen Haaren zupft, hörst das Vogelgezwitscher, das Rauschen der Blätter im Wind, riechst feuchte Erde vom letzten Regen und spürst die Erde unter Deinen Füssen. Dann richte Deine ganze Aufmerksamkeit auf den Baum und nehme ihn mit all Deinen Sinnen wahr. Berühre die Rinde, untersuche und ertaste die Blätter. Wie riecht der Baum? Nach dieser Erkundungsreise lenke Deine Aufmerksamkeit nach innen, gerne mit geschlossenen Augen. Welchen Bezug hat dieser Ort, dieser Baum zu Dir? An was oder wen erinnert er Dich? Welche Gefühle löst er in Dir aus? Was hat sich in Dir verändert seit Beginn dieser Übung? Was macht Dein Atem? Welche Qualität hat er? Wie fühlt sich Dein Körper an? Es dreht sich nur um reine Beobachtung. Löse Dich von Bewertungen oder Beurteilungen. Alle Wahrnehmungen sind gleich gut.

Ich wünsche Dir viel Spaß auf Deiner Erkundungsreise! Nächste Woche folgen weitere Beispiele. Bleib dran….

Deine Andrea

Dieser Blog wurde verfasst von Andrea Scheibl, Heilpraktikerin und Psychologische Beraterin.